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Warum Du neue Lektionen zuerst vom Boden aus erarbeiten solltest

Bodenarbeit ist weit mehr als Beschäftigung oder ein Programm für Tage, an denen das Reiten ausfällt. Richtig eingesetzt ist die Arbeit an der Hand ein wirkungsvolles Werkzeug, um das Pferd gezielt zu gymnastizieren und optimal auf neue Dressurlektionen unter dem Sattel vorzubereiten.

Neue Lektionen zuerst am Boden zu erarbeiten, bringt sowohl für Dich als auch für Dein Pferd unschlagbare Vorteile. Warum das so ist und warum es sich lohnt, öfter mal abzusteigen, erfährst Du in diesem Beitrag.

Die 4 großen Vorteile der gymnastizierenden Bodenarbeit

1. Eine klarere Kommunikation ohne Missverständnisse

Wenn erst einmal eine vertrauensvolle Basis am Boden geschaffen ist, gibt es kaum eine Lektion, die sich nicht auch ohne Reitergewicht vorbereiten lässt. Gerade bei völlig neuen Übungen ist eine präzise und feine Kommunikation das A und O.

Vom Boden aus kannst Du Deine Hilfen extrem nah am Pferdekörper geben und sie visuell unterstützen. Natürlich hast Du auch im Sattel die Möglichkeit, präzise einzuwirken – aber wenn Dein Pferd noch gar nicht weiß, was Du eigentlich von ihm möchtest, entstehen oben schnell Missverständnisse. Bei der Bodenarbeit kannst Du die einzelnen Körperteile Deines Pferdes (wie die Vor- oder Hinterhand) ganz gezielt und isoliert ansprechen. Du kannst Schwachstellen korrigieren, ohne den Druck zu erhöhen oder Dein Pferd zu frustrieren.

2. Der perfekte Überblick über die Bewegung

Wenn Du mit Deinem Pferd neue Lektionen vom Boden aus angehst, hast Du einen entscheidenden Vorteil: Du siehst das gesamte Pferd und seinen kompletten Bewegungsablauf. Das ist aus der Reiterperspektive – mitten auf dem Pferderücken – schlichtweg unmöglich.

Durch diesen optimalen Überblick erkennst Du sofort, an welcher Stelle Dein Pferd bei einer neuen Übung noch körperliche Schwierigkeiten hat, wo es ausweicht oder wo es Deine Unterstützung braucht. So kannst Du Deine Impulse punktgenau und im exakt richtigen Moment geben. Das spart Deinem Pferd eine Menge Verwirrung durch unbewusste, falsche Hilfen aus dem Sattel.

3. Leichtere Koordination ohne Reitergewicht

Sattel, Trense und Reiter sollten ein Pferd im Idealfall niemals in seinem natürlichen Bewegungsablauf stören. Dennoch ist es eine Tatsache: Bei neuen, komplexen Bewegungen fällt es Pferden ohne Ballast auf dem Rücken viel leichter, die eigene Balance zu finden.

Ohne Reitergewicht kann sich Dein Pferd zu 100 Prozent frei und uneingeschränkt bewegen. Es kann in aller Ruhe ausprobieren, wie es seine Beine sortieren und den Körper koordinieren muss, um die neue Lektion auszuführen – ganz ohne (vielleicht sogar unbeabsichtigte) Störungen von oben.

4. Mehr Vertrauen und gesundes Selbstbewusstsein

Ein oft unterschätzter Pluspunkt ist der mentale Aspekt: Das gemeinsame Erarbeiten neuer Aufgaben am Boden schweißt Mensch und Pferd als Team eng zusammen. Weil Du Deine Hilfen am Boden so klar und verständlich einsetzen kannst, gibst Du Deinem Pferd ein enormes Sicherheitsgefühl. Es versteht schnell, was gewünscht ist, und nimmt Dich als kompetenten, verlässlichen Partner wahr.

Dazu kommt: Jedes gelungene Rätselraten sorgt bei Deinem Pferd für ein echtes Erfolgserlebnis. Das macht stolz, zufrieden und stärkt das Selbstbewusstsein Deines Vierbeiners ungemein!

Der fliegende Wechsel in den Sattel

Sind die Grundlagen einer neuen Lektion am Boden gefestigt, gelingt der Transfer in den Sattel meist mühelos. Dein Pferd kennt das Bewegungsmuster bereits, hat die nötige Koordination entwickelt und verknüpft die Übung mit einem positiven Gefühl. Fragst Du die Bewegung dann vom Sattel aus ab, reicht oft schon ein kleiner, bekannter Impuls – und Dein Pferd arbeitet von Beginn an motiviert mit.

Gut für die Vorbereitung an der Hand eignen sich zum Beispiel Schenkelweichen, Schulterherein, Kruppeherein, Travers, Rückwärtsrichten sowie Übungen zur Biegung und Stellung. Auch erste Ansätze von Versammlung lassen sich vom Boden aus gut erarbeiten.

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