Gelände-Knigge für Reiter:
Regeln für ein gutes Miteinander beim Ausreiten
Jogger, Radfahrer, Familien auf dem Sonntagsspaziergang: Im Gelände sind Reiter selten allein unterwegs. Damit sich niemand behindert oder gefährdet fühlt und alle die Natur genießen können, helfen ein paar einfache Regeln. Viele davon sind ungeschrieben, einige aber auch gesetzlich festgelegt. Gerade auf einem Wanderritt durch fremde Regionen sind sie die beste Visitenkarte für alle Reiter.
Pferdeäpfel und Begegnungen
Im Wald und auf Feldwegen sind Pferdeäpfel in der Regel kein Problem. Innerhalb von Ortschaften, auf Gehwegen oder vor Parkbänken solltest Du die Hinterlassenschaften Deines Pferdes aber möglichst beseitigen, etwa indem Du sie nach dem Ritt einsammelst oder an den Wegrand schiebst. Begegnest Du anderen, gilt:
Grüßen: Ein freundliches „Hallo“ kostet nichts und schafft Sympathie.
Rechts halten: Weiche auf Wegen nach rechts aus, so vermeidest Du Missverständnisse.
Im Schritt passieren: Reite an Fußgängern, Radfahrern und Joggern immer im Schritt und mit ausreichend Abstand vorbei – auch wenn dadurch eine Galoppstrecke entfällt.
Höflich bleiben: Fährt ein Radfahrer zu schnell vorbei oder bellt ein fremder Hund, erkläre ruhig, warum Rücksicht im Umgang mit Pferden so wichtig ist. Ein freundlicher Hinweis bewirkt mehr als Schimpfen.
Felder und Wiesen
Felder und Wiesen laden zum Galopp oder zur Abkürzung ein, doch ihre Besitzer sehen das selten gern. Hufe können Boden und Grasnarbe beschädigen, was für Landwirte einen echten wirtschaftlichen Schaden bedeutet. Reite deshalb nur über fremde Flächen, wenn Du vorher gefragt hast. Unerlaubtes Reiten kann außerdem rechtliche Folgen haben: Entsteht dem Eigentümer ein Schaden, etwa durch Ernteausfälle, haftest Du dafür. Informiere Dich zudem über die Reitregeln in Deinem Bundesland – in vielen Bundesländern ist das Reiten im Wald nur auf bestimmten Wegen erlaubt.
Fremde Tiere auf der Koppel
Beim Ausreiten kommst Du immer wieder an Koppeln mit Pferden, Rindern oder Schafen vorbei. Reite dort im Schritt, denn schnelles Tempo kann die Tiere aufscheuchen – im schlimmsten Fall brechen sie durch den Zaun oder verletzen sich. Lass Dein Pferd außerdem keinen Kontakt zu fremden Tieren aufnehmen: Du weißt nicht, wie sie reagieren, und es besteht immer ein Ansteckungsrisiko. Verursachst Du durch grobe Fahrlässigkeit einen Schaden, kannst Du dafür haftbar gemacht werden.
Im Straßenverkehr
Sobald Du eine öffentliche Straße überquerst oder ein Stück entlangreitest, bist Du Verkehrsteilnehmer und musst Dich an die Straßenverkehrsordnung halten. Das heißt: rechts reiten, Vorfahrt beachten und Richtungsänderungen anzeigen – am besten wie beim Radfahren per Handzeichen. Sorge außerdem dafür, dass Du gut gesehen wirst: Eine Warnweste für den Reiter sowie Gamaschen, Ausreitdecke oder Halsband mit Reflektoren für das Pferd erhöhen die Sicherheit, vor allem in der Dämmerung und im Winter.
Fazit: Rücksicht zahlt sich aus
Wer im Gelände rücksichtsvoll, höflich und vorausschauend unterwegs ist, trägt dazu bei, dass Reiter gern gesehene Gäste bleiben. Das sichert langfristig auch die Reitwege für alle. Mit diesen Regeln steht entspannten Ausritten und Wanderritten nichts im Weg. Wie Du Dein Pferd optimal auf das Gelände vorbereitest, liest Du in unseren Beiträgen zu Dressurübungen im Gelände und zum Ausreiten mit Hund.