Giftpflanzen für Pferde:

Diese gefährlichen Pflanzen solltest Du kennen

Nicht alles, was auf unseren Koppeln, an Waldrändern und auf Wiesen saftig grün wächst, ist auch gesund für unsere Vierbeiner. Im Gegenteil: Viele weit verbreitete Pflanzen sind hochgiftig und können für Pferde schnell zu einer lebensbedrohlichen Gefahr werden. Damit Du im Stallalltag und beim Ausreiten den Überblick behältst, findest Du hier eine kompakte Übersicht der wichtigsten Giftpflanzen.

Die wichtigsten Giftpflanzen im Überblick

Jakobs-Kreuzkraut (Jakobs-Greiskraut)

Das Jakobs-Kreuzkraut wächst besonders gern auf mageren Wiesen sowie an Feld- und Wegrändern. Du erkennst die ausgewachsene Pflanze an einem Hauptstängel, von dem mehrere kleine Stängel mit leuchtend gelben, sternförmigen Blüten abzweigen. Achtung im ersten Jahr: Hier bildet die Pflanze noch keine Blüten, sondern zeigt sich nur als unauffällige Rosette aus langen, welligen Blättern dicht am Boden.

Auf der Weide meiden Pferde das frische Kraut meistens, da es extrem bitter schmeckt. Die große Gefahr lauert im Heu oder der Silage: Durch die Trocknung verliert die Pflanze ihre Bitterstoffe, das gefährliche Gift bleibt jedoch voll wirksam. Eine fortgeschrittene Vergiftung mit Jakobs-Kreuzkraut (oft schleichend über Wochen) lässt sich leider nur sehr selten erfolgreich behandeln.

Hahnenfußgewächse (die klassische „Butterblume“)

Es gibt über 60 verschiedene Arten von Hahnenfußgewächsen, von denen viele für Pferde giftig sind. Die giftigen Arten erkennst Du an ihren typischen gelben Blüten, die sich jeweils in fünf Blütenblätter aufteilen. Die verzweigten Stängel ragen meist zwischen 30 und 80 cm frei in die Höhe. Auf der frischen Koppel solltest Du bei starkem Bewuchs aufpassen. Die gute Nachricht: In getrocknetem Zustand (im Heu) ist Hahnenfuß ungiftig, und auch in der Silage verliert das Gift nach etwa zwei Monaten seine Wirksamkeit.

Bärenklau (Wiesen- und Riesenbärenklau)

Bärenklau begegnet uns sowohl in der kleineren Variante (Wiesenbärenklau) als auch als imposanter Riesenbärenklau, der locker eine Höhe von vier Metern und mehr erreichen kann. Beide Arten wachsen bevorzugt an Waldrändern, Wegen und an Flussufern. Die Stängel sind knorrig und fest, am oberen Ende sitzen die großen, weißen Blütendolden. Besonders tückisch ist der Pflanzensaft: Kommt die Haut des Pferdes (z. B. an unpigmentierten Stellen wie den Nüstern) mit dem Saft in Kontakt, führt das in Kombination mit Sonnenlicht zu schwersten, schmerzhaften Verbrennungen (Phototoxizität).

Fingerhut

Der wunderschöne, aber hochgiftige Fingerhut ist vor allem an schattigen Waldwegen und im Unterholz zu finden. Er besticht durch seine großen, kelchförmigen Blüten, die wie bunte Glocken an einem hohen Stiel herabhängen. In der Humanmedizin wird das Gift in winzigen Dosen als Herzmedikament eingesetzt – genau aus diesem Grund wirkt es beim Pferd schon in geringen Mengen tödlich, da es direkt zu Herzversagen führt.

Herbstzeitlose

Die Blüten der Herbstzeitlosen blühen, wie der Name sagt, im Spätsommer und Herbst und färben sich hellrosa bis violett. Die schmalen, länglichen Blütenblätter umgeben auffällige gelbe Fruchtblätter im Inneren. Sie wächst vor allem auf saftigen, feuchten Wiesen und sonnigen Hängen. Im Frühjahr treibt sie kräftige grüne Blätter aus, die immer wieder fälschlicherweise mit unbedenklichem Bärlauch verwechselt werden. Alle Teile der Pflanze sind extrem giftig.

Adlerfarn

Der Adlerfarn gehört zu

Weitere gefährliche Pflanzen: Neben den hier vorgestellten Arten sind unter anderem Eibe, Bergahorn, Robinie, Thuja, Oleander, Goldregen, Sumpfschachtelhalm und Tollkirsche für Pferde giftig. Besonders gefährlich ist die Eibe – schon geringe Mengen ihrer Nadeln können tödlich sein. Die Samen und Keimlinge des Bergahorns können die häufig tödlich verlaufende Atypische Weidemyopathie auslösen, vor allem im Herbst und Frühjahr auf kargen Weiden.

Vorbeugung: Kontrolliere Weiden, Paddocks und Zaunverläufe regelmäßig und entferne Giftpflanzen möglichst samt Wurzel. Achte beim Heukauf auf saubere Qualität und stelle Pferde nie hungrig auf eine unbekannte Weide – hungrige Pferde fressen deutlich weniger wählerisch.den am weitesten verbreiteten Giftpflanzen in unseren Breitengraden. Es gibt kaum ein Waldstück, in dem er nicht das Unterholz oder die Wegränder säumt. Da es sich um einen Farn handelt, bildet die Pflanze keine Blüten, sondern großflächige, fächerartige Wedel mit fein gerippten Blättern. Das Gift im Farn zerstört im Pferdekörper das wichtige Vitamin B1. Besonders die jungen Pflanzen im Frühjahr enthalten eine extrem hohe Dosis der Giftstoffe.

Notfall-Checkliste:
Was tun, wenn das Pferd Giftpflanzen gefressen hat?

Wenn Du den Verdacht hast oder genau weißt, dass Dein Pferd eine Giftpflanze gefressen hat, gilt eine goldene Regel: Verständige sofort den Tierarzt! Warte bitte nicht erst ab, bis sich erste Vergiftungssymptome zeigen – dann ist oft schon wertvolle Zeit verstrichen.

Ruhe bewahren: Sichere Dein Pferd und verhindere, dass es weiterfrist.

Pflanze identifizieren: Wenn möglich, finde heraus, was genau gefressen wurde.

Probe sichern: Falls Du den Namen der Pflanze nicht weißt, nimm vorsichtig ein Exemplar (inklusive Wurzel/Blüte) in einer Tüte mit, damit der Tierarzt oder eine Klinik die Pflanze schnell bestimmen können.

Je schneller der Tierarzt weiß, womit er es zu tun hat, desto gezielter und erfolgreicher kann er Dein Pferd behandeln.

Wichtiger Hinweis:

Die Informationen in diesem Artikel dienen der Orientierung und Aufklärung und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Im Verdachtsfall ist immer unverzüglich ein Tierarzt zu Rate zu ziehen.

Diese Liste umfasst natürlich bei Weitem nicht alle Giftpflanzen, die in Deutschland wachsen, aber sie zeigt Dir die am häufigsten vorkommenden Gefahrenquellen.

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