Heilkräuter für Pferdefür Pferde:
Gesundes aus der Natur und vom Wegesrand
Nachdem wir uns in einem anderen Beitrag bereits die gefährlichen Giftpflanzen angeschaut haben, widmen wir uns heute den absoluten Schätzen der Natur. Unsere Wiesen und Gärten stecken nämlich voller nützlicher Gewächse, die die Gesundheit unserer Vierbeiner sanft und effektiv unterstützen können. Hier stelle ich Dir meine liebsten Kräuter und Heilpflanzen für Pferde vor und zeige Dir, wie sie wirken.
Die Klassiker von der Koppel
Brennnessel – Das verkannte Superfood
Die Brennnessel wird von vielen als lästiges Unkraut auf der Weide angesehen. Völlig zu Unrecht! Getrocknet ist sie eine wahre Vitalstoffbombe und liefert reichlich Eiweiß sowie die Vitamine A, C und E, Kalzium, Magnesium und Eisen.
Tipp für Haut & Huf: Zu Brennnesselöl verarbeitet (gibt es in fast jedem Supermarkt), unterstützt sie das Fell- und Hufwachstum. Einfach täglich etwa 1 Esslöffel mit ins Futter geben oder bei Hautirritationen direkt einmassieren.
Ernte-Tipp: Trage beim Pflücken Handschuhe oder streiche die Pflanze – falls Du gerade keine Handschuhe hast – mutig nur von unten nach oben an.
Kamille – Der sanfte Entzündungshemmer
Was uns Menschen bei Erkältungen hilft, tut auch dem Pferd gut. Die Kamille wirkt stark beruhigend, krampflösend und entzündungshemmend. Im Sommer kannst Du die frischen Blüten direkt von der Wiese verfüttern, im restlichen Jahr eignen sie sich hervorragend in getrockneter Form. Als Zutat in Salben fördert Kamille zudem die Wundheilung und beugt Infektionen vor.
Power-Kräuter für Verdauung und Immunsystem
Minze – Die Geheimwaffe bei Kotwasser und Juckreiz
Minze schmeckt den meisten Pferden nicht nur gut, sondern ist auch ein genialer Helfer für den Magen-Darm-Trakt. Sie unterstützt die Verdauung bei Durchfall oder Kotwasser. Da sie außerdem antibakteriell wirkt und Juckreiz lindert, eignet sich ein abgekühlter Minzsud ideal zur äußeren Anwendung bei Insektenstichen, Pilzerkrankungen oder Sommerekzem.
Wichtig: Verwende Minze nach Möglichkeit immer frisch! Die wertvollen ätherischen Öle verflüchtigen sich beim Trocknen zum Großteil.
Hagebutte – Der Vitamin-Booster für den Winter
Wenn Du dem Immunsystem Deines Pferdes in der nasskalten Jahreszeit etwas Gutes tun willst, sind Hagebutten die perfekte Wahl. Die kleinen roten Früchte stecken voller Antioxidantien und Vitamin C. Sie kurbeln die Durchblutung an und sorgen dank ihrer ungesättigten Fettsäuren ganz nebenbei für glänzendes Fell, gesunde Haut und starke Hufe. Die Früchte werden sowohl frisch als auch getrocknet wie gesunde Leckerlies gefressen.
Stoffwechsel-Gurus und Wundheiler
Löwenzahn – Entgiftung für den Körper
Auch der Löwenzahn wird als Unkraut oft unterschätzt. Die Pflanze regt den Stoffwechsel an, fördert die Verdauung und unterstützt wichtige Entgiftungsorgane wie Leber, Nieren und Blase. Zudem wird dem Löwenzahn eine positive, unterstützende Wirkung bei chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Rheuma und Arthrose zugeschrieben.
Schafgarbe – Der traditionelle Allrounder
Die Schafgarbe ist ein uraltes Heilkraut. Bei äußeren Verletzungen wirkt sie blutstillend und entzündungshemmend – besonders in Kombination mit Kamille ist sie ein unschlagbares Team. Innerlich verfüttert schützt sie die Schleimhäute Deines Pferdes vor Entzündungen und wirkt wohltuend krampflösend im Magen-Darm-Bereich.
⚠️ Achtung Verwechslungsgefahr: Für ungeübte Augen sieht die Schafgarbe dem hochgiftigen Riesenbärenklau recht ähnlich. Pflücke sie nur, wenn Du Dir zu 100 % sicher bist!
Fazit: Die Natur als Apotheke nutzen
Heilkräuter und Pflanzen sind eine wunderbare, natürliche Ergänzung oder Alternative zur klassischen Stallapotheke. Bei kleineren Wehwehchen oder zur Vorbeugung lohnt sich der genaue Blick auf die Koppel und den Wegesrand allemal. Bei schweren oder anhaltenden Symptomen gilt natürlich trotzdem: Bitte zieh immer Deinen Tierarzt zu Rate!