Hilfe, mein Pferd buckelt

Mein Pferd buckelt:

So reagierst Du im Sattel richtig und vermeidest Stürze

Im ersten Teil meines Artikels haben wir uns die häufigsten Ursachen angeschaut, warum Pferde überhaupt buckeln. Doch Theorie ist das eine – die Praxis im Sattel das andere. Was tust Du, wenn der Vierbeiner unter Dir plötzlich den Kopf herunternimmt und den Hintern in den Himmel streckt? Hier erfährst Du ein paar wertvolle Tipps, wie Du Dich auf einem buckelnden Pferd richtig verhältst, um die Situation schnell zu entschärfen und einen Sturz möglichst zu vermeiden.

Die Sofortmaßnahmen im Sattel

Ruhe bewahren (auch wenn es schwerfällt)

Ich weiß, das ist viel leichter gesagt als getan! Auf einem buckelnden Pferd bleiben einem meistens nur Bruchteile von Sekunden zum Überlegen. Dennoch sind Deine Chancen, die Situation heil auf dem Pferderücken zu überstehen, um ein Vielfaches höher, wenn Du einen kühlen Kopf bewahrst.

Wer panisch agiert, macht es oft nur noch schlimmer: Wenn Du Dich im Zügel festkrallst und zeitgleich die Beine panisch in den Pferdebauch klammerst, treibst Du Dein Pferd durch den Schmerz im Maul und die Enge am Bauch meistens nur zu noch heftigeren Bocksprüngen. Handelst Du stattdessen gezielt und überlegt, kannst Du das Buckeln oft schon im Ansatz unterbinden.

Bring Dein Pferd in eine enge Biegung

Aus biomechanischer Sicht ist das Buckeln eine vorwärts-abwärts gerichtete, geradlinige Bewegung. Das bedeutet im Umkehrschluss: Ein Pferd, das sich in einer engen Biegung befindet, kann anatomisch betrachtet gar nicht richtig bocken!

Ein wertvoller Tipp für die Ausbildung: Trainiere mit Deinem Pferd schon in entspannten Momenten, dass es auf feines Annehmen eines einzelnen Zügels den Kopf nach innen nimmt und sich im Hals biegt (die sogenannte „One-Rein-Stop“-Vorbereitung). Kündigt sich dann im Gelände oder auf dem Platz ein Buckler an, nimmst Du sanft, aber bestimmt einen Zügel an und nimmst dem Pferd den Kopf zur Seite. So nimmst Du ihm den Schwung und bringst es gewaltfrei zum Stehen.

Den Schwerpunkt halten und „sitzen bleiben“

Mit „Sitzen bleiben“ meine ich nicht, dass Du Dich irgendwie krampfhaft am Sattel festhalten sollst. Viel wichtiger ist, dass Du versuchst, Deinen tiefen, mittigen Schwerpunkt im Sattel zu behalten. Wenn Du perfekt ausbalanciert über dem Schwerpunkt des Pferdes sitzt, ist die Chance, aus dem Sattel katapultiert zu werden, gleich viel kleiner. Liegt Dein Schwerpunkt dagegen zu weit vorne – ein Fehler, der mir ehrlicherweise auch oft passiert – oder zu weit hinten, reicht schon ein einziger kleiner Schlag aus der Hinterhand, um Dich komplett aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Der Ernstfall: Wenn der Sturz unvermeidbar ist

„Im Falle eines Falles ist richtig fallen alles.“

Manchmal lässt sich ein Sturz trotz aller Gegenmaßnahmen einfach nicht mehr verhindern. Damit Du Dich in so einer Situation so wenig wie möglich verletzt (und auch Deinem Pferd nichts passiert), solltest Du versuchen, „richtig“ zu fallen:

Abrollen statt abstützen: Versuche, Dich beim Aufprall so gut wie möglich abzurollen. Lande niemals mit ausgestreckten Armen oder komplett flach auf dem Bauch oder Rücken.

Loslassen können: Versuche in einer aussichtslosen Lage nicht, Dich krampfhaft an den Zügeln festzuhalten. Damit ziehst Du das Pferd im schlimmsten Fall auf Dich drauf oder verletzt es im Maul.

Abstand gewinnen: Rolle Dich nach dem Sturz sofort ein Stück vom Pferd weg, damit es Dich im Eifer des Gefechts nicht aus Versehen mit den Hufen trifft.

Schutzkleidung nutzen: Ein gut sitzender Reithelm ist absolute Pflicht, und auch ein Rückenprotektor oder eine Sicherheitsweste können im Ernstfall schwere Verletzungen verhindern.

Fazit: Vorbeugen ist besser als Fliegen

Sollte Dein Pferd regelmäßig den Hintern hochwerfen, gilt immer: Bitte überprüfe noch einmal ganz genau, ob es sich wirklich nur um pure Lebensfreude handelt oder ob nicht doch Schmerzen oder unpassende Ausrüstung der Grund sind. Die wichtigsten Ursachen dafür haben wir für Dich im ersten Teil dieses Artikels zusammengefasst.

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