In der Pferdeklinik:
So läuft ein Klinikbesuch mit Deinem Pferd ab
Das Pferd muss in die Klinik – bei dieser Nachricht bekommt wahrscheinlich jeder Besitzer erst einmal einen Schreck. Neben der Sorge um den Vierbeiner kommt beim ersten Klinikbesuch oft eine große Portion Unsicherheit dazu: Wie läuft so ein Tag ab? Welche Unterlagen braucht man? Und wie bereite ich mein Pferd am besten vor?
Um Dir diese Sorgen ein wenig zu nehmen, möchte ich heute von unserem ersten Besuch in der Pferdeklinik berichten und Dir zeigen, dass ein geplanter Klinikbesuch halb so wild ist.
Der Anlass: Wenn die eigene Regel nicht mehr reicht
Bei uns fing alles mit einer dicken Fessel am linken Hinterbein an. Da Bella öfter mal eine kleine Schramme oder Beule hat, war ich anfangs entspannt – nach einem Spaziergang war die Schwellung meist wieder weg. Doch diesmal blieb sie.
Normalerweise habe ich eine „Drei-Tage-Regel“: Erst wenn eine Schwellung nach drei Tagen nicht von alleine abklingt, rufe ich den Tierarzt. Diesmal spürte ich aber, dass etwas anders war. Mein Tierarzt vor Ort konnte aufgrund der starken Flüssigkeitsansammlung leider nicht genau ertasten, was los war. Um eine verlässliche Diagnose per Röntgen und Ultraschall zu bekommen, empfahl er uns den Gang in die Klinik.
Vorbereitung und Anreise
Dank der Website der Klinik konnte ich mich bestens vorbereiten. Die wichtigsten Infos:
Unterlagen: Das Anmeldeformular konnte ich vorab zu Hause in Ruhe ausfüllen. Neben den Kontaktdaten und Versicherungsunterlagen ist der Equidenpass das wichtigste Dokument für den Besuch.
Extras: Ich hatte vorsichtshalber eine Abschwitzdecke eingepackt, falls Bella durch den Stress schwitzen würde.
Nervennahrung: Zur Unterstützung habe ich Bella am Morgen der Fahrt Bachblüten-Rescue-Tropfen gegeben. Ob diese physikalisch wirken, ist egal – für meine Nerven war es gut, und das überträgt sich ja bekanntlich auch auf Bella.
Unser Termin war für 11:00 Uhr angesetzt. Da wir etwa eine Stunde Fahrt hatten, sind wir entspannt um 09:00 Uhr losgefahren. Wir kamen gegen 10:00 Uhr an, was ein großer Vorteil war, da die Anmeldung und die erste Aufnahme etwas Zeit in Anspruch nahmen.
Der Ablauf in der Klinik
Nach einer kurzen Schilderung des Problems und einer Vorführung des Gangbildes beim Vortraben ging es an die Diagnostik.
Röntgen: Da der Röntgenraum eng ist und absolute Ruhe erfordert, wurde Bella leicht sediert. Das war für sie absolut kein Problem. Wir durften zwar nicht mit in den Röntgenraum, bekamen die Bilder aber im Anschluss ausführlich erklärt. Gott sei Dank: Am Knochen war alles gesund!
Ultraschall: Hier durften wir dabei sein. Der Tierarzt nahm sich viel Zeit, mir die einzelnen Schichten auf dem Monitor zu erklären, anstatt mich mit Fachbegriffen abzuspeisen. Das gab mir ein sehr gutes Gefühl.
Die Diagnose: Bella hatte sich wohl irgendwo gestoßen, was zu einer Knochenhautreizung geführt hatte. Die Flüssigkeit im Gewebe konnte an der tief liegenden Fessel schwer abfließen. Die Lösung war simpel: Entwässernde Medikamente und eine Zeit lang schicke „Stützstrümpfe“ (Kompressionsbandagen). Alles halb so wild!
Mein Fazit: Übung macht den Meister
Die Anlage war gepflegt, das Personal sehr hilfsbereit und der gesamte Ablauf wirkte auf mich extrem professionell und strukturiert.
Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass wir diese Erfahrung bei einem „geplanten“ Termin sammeln konnten. So wissen wir jetzt genau, wo die Klinik ist, wie man sich dort anmeldet und wie der Ablauf ist. Sollten wir jemals in einen echten Notfall geraten, haben wir diese Unsicherheit schon mal aus dem Kopf und können uns voll auf unser Pferd konzentrieren.