Pferd Fußballspielen beibringen

#HowTo: Kicken mit Pferd

So lernt Dein Vierbeiner das Fußballspielen

Wenn die nächste Fußball-Europameisterschaft oder Weltmeisterschaft vor der Tür steht, ist das Fußballfieber überall spürbar. Da wäre es doch eine witzige Idee, auch Deinem Pferd das Kicken beizubringen! Und das macht nicht nur jede Menge Spaß: Fußballspielen fördert die Konzentration sowie die Koordination Deines Pferdes und ist ganz nebenbei ein genialer Denksport für Deinen Vierbeiner.

Das Runde muss ins Eckige – Aber Ball ist nicht gleich Ball

Bevor es mit dem Training losgehen kann, brauchst Du natürlich das passende Equipment. Der klassische Fußball, wie wir Menschen ihn über den Platz schießen, ist für Pferde ungeeignet und schlicht zu klein. Es ist für die Hufe unheimlich schwer, ihn richtig zu treffen, und die Verletzungsgefahr ist groß, falls Dein Pferd unglücklich darauf tritt.

Für das Pferdetraining empfehle ich Dir stattdessen einen stabilen, großen Gymnastikball. Er hat die perfekte Größe, hält einiges aus und ist trotzdem weich genug, um keine Verletzungen zu verursachen.

Kick it! Die ersten Schritte mit positiver Verstärkung

Um Deinem Pferd das Schubsen oder Kicken des Balls beizubringen, arbeiten wir am besten mit positiver Verstärkung. Das bedeutet: Jede richtige Annäherung oder Aktion des Pferdes wird sofort belohnt.

Für neugierige Entdecker

Gehört Dein Pferd zu den mutigen Vertretern, die ohnehin alles Neue sofort mit der Nase untersuchen? Perfekt! Lege den Ball auf den Platz und warte ab. Sobald Dein Pferd den Ball neugierig anstupser, gibst Du Dein Lobwort (oder den Click) und belohnst es. Für die meisten Pferde ist ein Futterlob die allergrößte Motivation, aber auch ein enthusiastisches Stimmlob oder eine ausgiebige Krauleinheit wirken Wunder. Dein Pferd wird die Verknüpfung zwischen dem Ball, Deinem Kommando und dem Leckerlie blitzschnell verstehen.

Was, wenn mein Pferd Angst vor dem Ball hat?

Es ist völlig normal, dass ein riesiger, bunter Ball, der sich zu allem Überfluss auch noch bewegt, erst einmal gruselig wirkt. Hier hilft nur eine schrittweise Desensibilisierung:

Das Touch-It Game: Wenn Dein Pferd das Target-Training (Sachen auf Kommando mit der Nase berühren) bereits kennt, kannst Du dieses Spiel wunderbar auf den Ball übertragen.

Annäherung in Mini-Schritten: Führe Dein Pferd langsam an den Ball heran. Jedes Mal, wenn es den Ball anschaut oder einen Schritt darauf zumacht, wird es belohnt.

Pausen einlegen: Nach einem erfolgreichen Schritt darf sich Dein Pferd wieder vom Ball entfernen und eine Pause machen, um das Erlebte zu verarbeiten. Warte, bis es entspannt abkaut. Nach ein bis zwei Minuten startet Ihr den nächsten Versuch, bis das Pferd den Ball ganz entspannt berühren kann.

Was, wenn der Ball dem Pferd völlig egal ist?

Manche Pferde schauen den Ball nicht einmal mit dem Hintern an. Hier musst Du den Ball künstlich interessant machen, indem Du ihn mit den Vorlieben Deines Pferdes verknüpfst:

Der Ruhe-Typ: Nutze den Ball als festen Ort für entspannte Trainingspausen.

Der Action-Typ: Baue den Ball in dynamische Freiarbeit oder in die Bewegung unter dem Sattel ein.

Der Futter-Typ: Belohne jeden noch so kleinen Blick in Richtung Ball sofort mit einem Jackpot-Leckerlie.

Die Königsdisziplin: Vom Schubsen zum Schießen

Die meisten Pferde werden den Ball anfangs instinktiv mit der Nase vorwärtsrollen. Das ist schon super! Wenn Du möchtest, dass Dein Pferd den Ball richtig mit dem Vorderbein kickt, kannst Du zwei verschiedene Methoden ausprobieren:

Die aktive Methode: Rolle den Ball immer wieder ganz sanft gegen die Vorderbeine Deines Pferdes. Sobald es den Ball reflexartig oder gezielt mit dem Bein von sich wegstößt, folgt die sofortige Belohnung.

Die passive Methode: Baue den Ball als „Hindernis“ auf der Bahn ein, auf der Du Dein Pferd führst oder reitest. Dein Pferd läuft so quasi ganz automatisch dagegen. Schiebt es den Ball beim Gehen mit der Brust oder den Beinen nach vorne, lobst Du es überschwänglich.

Fazit: Abwechslung für den Kopf

Das Ballspielen ist eine fantastische Möglichkeit, den Trainingsalltag aufzulockern und die Bindung zu Deinem Pferd zu stärken. Hab einfach Geduld und passe das Tempo Deinem Vierbeiner an – dann steht dem ersten Match auf dem Reitplatz nichts mehr im Weg!

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