Pferd zu dick oder zu dünn

Zu dick, zu dünn oder genau richtig?

So beurteilst Du das Gewicht Deines Pferdes

Nicht nur wir Menschen haben ab und zu mit Figurproblemen zu kämpfen. Auch unsere Pferde haben schnell mal zu viel oder zu wenig auf den Rippen – und weder das eine noch das andere ist auf Dauer gesund. Doch ab wann ist ein Pferd eigentlich übergewichtig und wann zu mager? Woran Du erkennst, ob Dein Pferd eine gesunde Wohlfühlfigur hat, und wie Du im Ernstfall gegensteuern kannst, erfährst Du in diesem Beitrag.

Das übergewichtige Pferd –
Mehr als nur ein Schönheitsmakel

Ist ein Pferd zu dick, hat dies langfristig gravierende Auswirkungen auf den gesamten Organismus. Genau wie bei uns Menschen werden Knochen, Sehnen und Gelenke chronisch überlastet. Zudem verfetten die inneren Organe und die Blutgefäße, was der Auslöser für schwere Folgeerkrankungen sein kann. Zu den häufigsten Beschwerden übergewichtiger Pferde gehören schmerzhafte Gelenkprobleme wie Arthrose, gefährliche Stoffwechselerkrankungen (wie EMS oder Hufrehe), Kreislaufbeschwerden und hartnäckige Koliken.
 

Der Figur-Check: Ist mein Pferd zu dick?

Wer sich unsicher ist, kann das Gewicht ganz einfach an zwei zentralen Schlüsselstellen des Pferdekörpers überprüfen: Mähnenkamm und Rippen.

Der Mähnenkamm: Bei einem normalgewichtigen Pferd ist er fest und griffig. Ist das Pferd zu dick, fühlt sich der Mähnenkamm schwammig, speckig und weich an.

Die Rippen: Die Rippen sollten optisch unter dem Fell nicht zu sehen, aber mit der flachen Hand und leichtem Druck sofort deutlich zu ertasten sein. Kannst Du die Rippen Deines Pferdes überhaupt nicht mehr fühlen, ist die Fettschicht darüber definitiv zu dick.

Tipps fürs Abspecken

Gegen überflüssige Pfunde gibt es leider keine Wunderwaffe. Kontrollierte Bewegung und eine artgerechte, energiearme Fütterung sind hier der einzige Weg zum Erfolg.

Wichtig fürs Training: Steigere das Pensum für Dein untrainiertes Pferd bitte nur ganz langsam, um den Kreislauf nicht zu überfordern. Nimm anfangs besondere Rücksicht auf die Gelenke. Lange Spaziergänge oder ausgedehnte Ausritte im fleißigen Schritt sind für den Start optimal. Auch die blau-gelbe Trainingsmethode Equikinetic® ist eine geniale Möglichkeit, um Fett zu verbrennen und gleichzeitig Muskeln aufzubauen. Bei Unsicherheiten bezüglich der Diät-Fütterung solltest Du immer einen Tierarzt oder Fütterungsexperten ins Boot holen.

Das untergewichtige Pferd – Wenn Energie und Substanz fehlen

Natürlich gibt es auch die Kehrseite: Pferde, die deutlich zu wenig auf den Rippen haben. Das offensichtlichste Anzeichen für Untergewicht sind scharf hervorstehende Knochenpunkte. Besonders die Rippen, die Hüfthöcker und das Becken stechen dann optisch sofort ins Auge und zeichnen sich extrem deutlich unter der Haut ab.

Ein schlechter Futterzustand ist echter Stress für den Körper. Zu dünnen Pferden fehlen in der Regel essenzielle Nährstoffe, Vitamine und Mineralien. Das zeigt sich äußerlich schnell an einer matten, brüchigen Fell- und Hufqualität. Zudem wirken die Pferde oft müde, schlapp und lethargisch, weil ihnen schlichtweg die Energie fehlt.

Ursachenforschung geht vor Auffüttern!

Bevor Du beginnst, bergeweise Futter in Dein dünnes Pferd zu stecken, muss zwingend die Ursache von einem Tierarzt abgeklärt werden. Häufig stecken hinter plötzlichem Gewichtsverlust fiese Zahnprobleme, ein starker Wurmbefall, chronische Schmerzen oder Magenprobleme (wie Magengeschwüre). Erst wenn diese medizinischen Ursachen behoben oder ausgeschlossen sind, macht ein gezielter Auffütterungsplan Sinn.

Tipps fürs Auffüttern

Das Fundament für jedes Pferd ist hochwertiges Raufutter (Heu). Pferde sollten möglichst rund um die Uhr – oder zumindest ohne lange Fresspausen – Zugang zu gutem Heu haben. Um ein dünnes Pferd gesund aufzubauen, eignen sich zusätzlich energiereiche und darmfreundliche Futtermittel wie:

  • Unmelassierte Rübenschnitzel
  • Warmes Mash
  • Maisflocken oder Weizenkleie

Achte jedoch darauf, dass Du Dein Pferd nicht mit Zucker und Eiweiß überlädst, da dies den Stoffwechsel und die Leber schädigt. Auch ein hochwertiges Mineralfutter ist absolut zu empfehlen, da unsere heutigen Wiesen und das Heu den Bedarf oft nicht mehr decken können. Auch hier gilt: Ein Futterexperte hilft Dir, den perfekten Plan zu erstellen.

Wann ist die Figur genau richtig?

Die ideale, gesunde Pferdefigur kannst Du an folgenden optischen und fühlbaren Eckpunkten festmachen:

Die Rippen: Sie sind mit dem bloßen Auge nicht zu sehen, lassen sich aber ohne Druck ganz leicht mit den Fingern ertasten.

Schulter und Becken: Sie fügen sich harmonisch in das Gesamtbild des Pferdes ein und stehen nicht kantig oder scharf hervor.

Die Wirbelsäule: Sie sticht weder knochig aus dem Rücken heraus, noch versinkt sie in einer tiefen Rinne zwischen Fettpolstern. Sie sollte im Idealfall etwa auf einer Höhe mit der umgebenden Rückenmuskulatur liegen.

Jeder Pferdetyp ist anders

Natürlich sieht ein gesundes Idealgewicht nicht bei jeder Rasse gleich aus. Urige Ponyrassen und schwere Kaltbluttypen (wie Tinker, Haflinger oder Fjordpferde) sind von Natur aus deutlich kompakter und kräftiger gebaut als ein sportliches Warmblut. Vollblüter wie Araber oder Englische Vollblüter neigen rassebedingt hingegen genetisch zu einer sehr schlanken, drahtigen Statur. Schau Dir also immer das Gesamtbild und den jeweiligen Rassetyp an!

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