Probleme mit Deinem Pferd?
Warum sich der Blick für die Kleinigkeiten im Alltag lohnt
Es gibt so viele Reiter, die sich einfach mit einem Problem arrangieren, anstatt nach dessen Ursachen zu suchen und es gemeinsam mit dem Pferd zu lösen. Das fängt an bei Pferden, die beim Aufsteigen nicht stillstehen können, und geht weiter bis hin zu Pferden, die sich nicht beschlagen oder verladen lassen. Meistens sind es Situationen, die den Alltag und den Umgang mit dem Partner Pferd einfach nur unnötig erschweren.
Es kann aber auch durchaus richtig gefährlich und unangenehm werden: Was ist zum Beispiel, wenn sich Dein Pferd eine Wunde nicht versorgen lässt, weil es panische Angst vor dem Blauspray hat? Oder wenn es in einer Notsituation absolut nicht auf den Hänger gehen will, obwohl es dringend in eine Klinik gebracht werden müsste? Genau für solche Momente lohnt es sich, rechtzeitig zu trainieren.
Ich bin fest davon überzeugt, dass wir uns selbst – und am Ende vor allem unseren Pferden – das Leben deutlich erleichtern und jede Menge Stress ersparen können, wenn wir vermeintliche Alltagsprobleme endlich gezielt anpacken. Viele Situationen, in denen Pferde „Probleme machen“ (Ihr wisst ganz genau, was ich meine!), lassen sich nämlich wunderbar trainieren. Das fängt beim simplen Stillstehen beim Putzen an und geht über das stressfreie Verladen bis hin zum entspannten Termin mit dem Hufschmied.
Natürlich werden sich viele dieser Baustellen nicht in ein paar Tagen oder Wochen in Luft auflösen. Aber Hand aufs Herz: Ist es nicht trotzdem tausendmal sinnvoller, ein paar Wochen, Monate oder von mir aus auch mal ein Jahr intensiv zu investieren, anstatt sich Jahre oder gar Jahrzehnte lang über die immer gleichen Alltagssorgen zu ärgern?
Ich arbeite mit meinen Pferden enorm viel an solchen vermeintlichen Kleinigkeiten. Wir üben Dinge, die auf den ersten Blick vielleicht nicht sonderlich spektakulär wirken, uns den Alltag zusammen aber ungemein erleichtern. Dazu gehört zum Beispiel das freie Stehen ohne Anbinden, das perfekte „Einparken“ an der Aufstiegshilfe oder das gelassene Akzeptieren von zischenden Sprühflaschen.
Bei vielen Reitern stoße ich mit diesem Fokus auf das Basistraining immer wieder auf Unverständnis. Für sie ist das oft nur „unnötige Spielerei“, die sie selbst angeblich nicht nötig haben. Schließlich könne man in dieser Zeit doch viel besser richtig reiten.
Das wiederum kann ich nur schwer nachvollziehen. Für mich ist eine solide Basis am Boden das Fundament für alles andere – auch für das Reiten.