Schlechtwetterprogramm mit Pferd

Unser Schlechtwetter-Programm:

Tolle Beschäftigungsideen für Regentage mit Pferd

Regen, Sturm, Matsch und eisige Kälte: Viele Offenstallbesitzer und Reiter, die keine gemütliche Reithalle zur Verfügung haben, kämpfen im Herbst und Winter extrem mit den Wetterbedingungen. Bei ungemütlichem Schmuddelwetter zu reiten oder sich auch nur vor die Stalltür zu begeben, kostet manchmal echte Überwindung.

Dennoch sollte das Training und die gemeinsame Zeit mit Deinem Pferd in der kalten Jahreszeit nicht im wahrsten Sinne des Wortes auf Eis gelegt werden. Auch bei schlechtem Wetter gibt es jede Menge großartige Möglichkeiten, sinnvoll mit dem Pferd zu arbeiten und den Alltag abwechslungsreich zu gestalten. Hier kommen meine besten Tipps für graue Tage!

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung!

Diesen Spruch hat wohl jeder von uns schon einmal gehört – und seien wir ehrlich, es ist verdammt viel Wahres dran. Damit die Schlechtwetter-Saison nicht zum Frust-Garanten wird, ist die richtige Ausrüstung für uns Reiter das absolute Fundament. Deine Kleidung sollte warm, atmungsaktiv, wind- und vor allem wasserdicht sein.

Ich habe für den Notfall im Stall immer ein Paar verlässliche Gummistiefel und einen bodenlangen Regenmantel deponiert. Im tiefsten Winter gehören außerdem eine Thermo-Skihose, eine winddichte Skijacke und dick gefütterte Thermostiefel zu meiner festen Rüstung. Ergänzt wird das Ganze durch diverse Schals, Mützen, dicke Handschuhe und im Extremfall eine Sturmhaube.

Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen: Gerade bei Schlechtwetter-Kleidung zahlt sich echte Qualität am Ende aus. Hochwertige Funktionskleidung hält einfach deutlich länger warm und trocken. Wer täglich mehrere Stunden bei Wind und Wetter draußen verbringt, weiß das schnell zu schätzen – da ist der etwas höhere Anschaffungspreis jeden Cent wert.

Drei tolle Ideen für Dein Schlechtwetter-Programm

1. Spaziergänge mit eingebautem Anti-Schreck-Training

Bei Regen, peitschendem Wind oder Neuschnee sieht die Welt aus Pferdesicht plötzlich völlig verändert aus. Die Geräusche im Wald sind anders, das Unterholz knackt, Bäume bewegen sich gespenstisch und auf den gewohnten Strecken lauern über Nacht scheinbar lebensgefährliche Monster. Pferde scheuen dann gerne mal an Ecken, an denen sie sonst völlig tiefenentspannt vorbeigehen, oder müssen todesmutig riesige Pfützen durchqueren. Das kann das Nervenkostüm von Mensch und Tier ganz schön auf die Probe stellen.

Genau deshalb eignen sich miese Wetterverhältnisse hervorragend für einen Spaziergang mit integriertem Gelassenheitstraining! Zu Fuß kannst Du die Reaktionen Deines Pferdes viel besser und sicherer beobachten. Du kannst ihm genau die Zeit geben, die es braucht, um sich mit den Umweltreizen auseinanderzusetzen.

Das gemeinsame Meistern einer tiefen Pfütze, das Erkunden eines nassen, glänzenden Baumstamms oder das mutige Beschnuppern eines raschelnden Busches schweißt Euch unglaublich zusammen. Es stärkt das Selbstvertrauen Deines Pferdes in sich selbst – und vor allem sein Vertrauen in Dich als sicheren Teampartner. Schon bald werdet Ihr auch bei Sturm und Regen viel gelassener unterwegs sein.

2. Intensive und abwechslungsreiche Bodenarbeit

Wenn im Frühling und Sommer die Sonne lacht, zieht es uns meistens ganz automatisch zu langen Ausritten ins Gelände oder zum entspannten Reiten auf dem Platz. Die feine Arbeit an der Hand kommt da manchmal etwas zu kurz. Schlechtes Wetter ist für mich deshalb die perfekte Gelegenheit, um mich wieder ganz intensiv und regelmäßig der Bodenarbeit mit Bella zu widmen.

Egal ob Natural Horsemanship, kreatives Longieren, das Einstudieren neuer Zirkuslektionen oder feine, gymnastizierende Arbeit an der Hand – all das funktioniert auch bei Schmuddelwetter ganz wunderbar und hält den Pferdekopf fit.

Wichtiger Platz-Tipp: Falls Du (wie ich) keine Halle hast, achte bei der Bodenarbeit auf nassem Boden darauf, den Boden oder die Grasnarbe nicht zu ruinieren. Wenn der Boden tief und matschig ist, reißt die Koppel schnell auf. Frag im Zweifel einfach Deinen Stallbetreiber, wo das Training gerade in Ordnung ist – für viele feine Übungen und Zirkuslektionen reicht schon ein befestigtes Stück Hoffläche oder der Putzplatz!

Du suchst noch nach dem passenden Einstieg? In [diesem Artikel] Deinen Link hier einfügen findest Du sechs tolle Übungen für Bodenarbeits-Neulinge, mit denen Du direkt loslegen kannst!

3. „Just be with your horse“ –
Die Kunst des gemeinsamen Nichts-Tuns

Die dunkle Jahreszeit bietet uns außerdem die perfekte Gelegenheit für etwas, das vielen Reitern im stressigen Alltag leider viel zu selten in den Sinn kommt: einfach mal absolut Nichts zu tun!

Damit meine ich natürlich nicht, gar nicht erst zum Stall zu fahren. Ich meine damit, dass Du Dich nach getaner Stallarbeit einfach mal zu Deinem Pferd in den Stall oder auf den Paddock setzt, ohne auch nur die geringste Erwartung an es zu haben. Seid einfach nur im selben Raum, beobachte Dein Pferd in seiner Herde und kraule es an seinen Lieblingsstellen.

Wann hast Du das letzte Mal Zeit mit Deinem Pferd verbracht, ohne etwas von ihm zu verlangen – kein Putzen, kein Hufegeben, kein Training? Solche stillen Momente sind unbezahlbar und wunderschön. Ich liebe es, Bella einfach zuzuschauen. Wenn sie dann nach einer Weile ganz von sich aus und unaufgefordert zu mir kommt, meine Nähe sucht und sanft an mir knabbert, obwohl sie tausend andere Dinge tun könnte, ist das für mich das schönste Gefühl der Welt.

Durch dieses bewusste gemeinsame Nichts-Tun lernt Dein Pferd Dich von einer ganz neuen Seite kennen. Du bist für es nicht mehr nur der Mensch, der kommt, um Aufgaben einzufordern. Du wirst zu einem echten Freund, einem verlässlichen Partner und einem absoluten Ruhepol – ein Ort, an dem Dein Pferd einfach unheimlich gerne Zeit verbringt.

Fazit: Mach das Beste aus der ungemütlichen Zeit!

Lass Dir den Spaß an Deinem Pferd und Eurer gemeinsamen Zeit also nicht vom Wetterbericht verderben. Schnapp Dir Deine wärmste Jacke und nutze die ungemütlichen Tage gezielt, um mal etwas Abwechslung in Euren Stallalltag zu bringen und Eure Bindung auf ein ganz neues Level zu heben.

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