Warum buckeln Pferde?
Die häufigsten Ursachen, wenn der Hintern hochgeht
Es gibt wohl kaum einen Reiter, der schon längere Zeit im Sattel sitzt und es noch nicht erlebt hat: Plötzlich geht der Kopf des Pferdes runter, der Hintern hoch und das Pferd buckelt los. Das ist nicht nur extrem ärgerlich, sondern endet für den Reiter oft genug mit einer unsanften Landung im Dreck. Doch buckeln Pferde wirklich mit böser Absicht, nur um uns abzuwerfen? Die klare Antwort lautet: Nein! Meistens steckt hinter diesem Verhalten ein ganz klares Signal, das wir ernst nehmen sollten.
Körperliche Ursachen: Schmerz als Auslöser
Rückenschmerzen beim Pferd
In sehr vielen Fällen ist das Buckeln ein lautstarkes Anzeichen dafür, dass das Pferd unter Rückenschmerzen leidet. Insbesondere dann, wenn Dein Pferd vor allem mit Sattel und unter dem Reitergewicht buckelt, ist es sehr wahrscheinlich, dass ihm die zusätzliche Belastung auf dem Rücken Schmerzen bereitet.
Mach den Selbsttest: Taste den Rücken Deines Pferdes ohne Sattel mit leichtem Druck entlang der Wirbelsäule ab und achte genau auf seine Reaktionen. Weicht es nach unten aus, zucken die Muskeln oder legt es die Ohren an? Ziehe im Zweifelsfall immer einen Tierarzt, Physiotherapeuten oder Osteopathen hinzu, um der Ursache auf den Grund zu gehen.
Ein unpassender Sattel
Rückenschmerzen und ein unpassender Sattel gehen meist Hand in Hand. Liegt der Sattel nicht optimal auf, werden die Muskeln falsch belastet. Es entstehen schmerzhafte Druckpunkte, die zu heftigen Verspannungen führen. Lass den Sattel Deines Pferdes daher regelmäßig von einem Profi überprüfen und achte bei jedem Satteln auf feine Warnsignale Deines Pferdes.
Haltung, Fütterung und psychische Faktoren
Zu viel Energie und zu wenig Bewegung
Die Kombination aus energiereichem Futter (wie fetten Weiden oder viel Kraftfutter) und zu wenig freier Bewegung gefährdet nicht nur die Gesundheit Deines Pferdes durch Übergewicht und Stoffwechselprobleme – sie macht aus Deinem Vierbeiner auch ganz schnell ein echtes „Buckelpony“. Kann das Pferd seine überschüssige Energie nicht im Alltag abbauen, entlädt sie sich oft explosionsartig, sobald es die Möglichkeit dazu bekommt. Typische Anzeichen hierfür sind allgemeine Unruhe in der Box oder auf dem Paddock sowie untypische Aggressivität gegenüber Artgenossen.
Überforderung im Training
Gerade bei jungen oder unerfahrenen Pferden ist Buckeln oft ein Zeichen von Überforderung. Versteht das Pferd eine Hilfe oder eine neue Lektion nicht, oder prasseln zu viele Umweltreize auf einmal ein, versucht es der beängstigenden Situation zu entfliehen. Pferde sind und bleiben nun einmal Fluchttiere, und das Buckeln ist in diesem Fall ein Ventil für den Stress.
Übermut und reine Lebensfreude
Manchmal ist die Erklärung aber auch ganz harmlos: Dein Pferd ist einfach gut gelaunt, übermütig und hat Spaß an der Bewegung! Denk einfach mal daran, wie Du Dich fühlst, wenn Du so richtig glücklich bist – möchtest Du da nicht auch manchmal vor Freude Luftsprünge machen? :)
Kann es auch „Faulheit“ oder Taktik sein?
Hat ein Pferd schlichtweg keine Lust auf die Arbeit und in der Vergangenheit gelernt, dass es den Reiter durch ein paar gezielte Buckler dauerhaft loswird, kann sich dieses Verhalten als Taktik festsetzen. Aber Achtung: Bevor Du diese Ursache in Betracht ziehst, musst Du alle gesundheitlichen und haltungsbedingten Faktoren zu 100 % ausgeschlossen haben, um Deinem Pferd kein Unrecht zu tun!
Wenn es sich wirklich um ein erlerntes Verhalten handelt, hilft nur eines: Die Buckelei nach Möglichkeit aussitzen oder nach einem unfreiwilligen Abwurf direkt wieder aufsteigen und konsequent weiterreiten. Nur so lernt Dein Pferd mit der Zeit, dass ihm diese Masche keinen Erfolg bringt.
Mein Fazit: Bestrafung ist der falsche Weg
Ganz egal, aus welchen Gründen Dein Pferd auch buckelt: Bitte bestrafe es nicht dafür. Pferde tun nichts aus böser Absicht, sondern reagieren in diesem Moment nur so, wie ihr Instinkt, Schmerz oder ihre bisherige Erfahrung es ihnen vorgeben. Es liegt an uns Reitern, die Ursache zu finden und das Problem an der Wurzel zu packen.