Mit Hund und Pferd ins Gelände:
So klappt der Ausritt zu dritt sicher
Gemeinsam mit dem Hund auszureiten ist ein tolles Erlebnis – und für bewegungsfreudige Hunde eine ideale Auslastung. Doch nicht jeder Hund kann einfach so mit ins Gelände. Damit Pferd, Hund und Reiter sicher unterwegs sind, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein und manches vorher geübt werden. Hier erfährst Du, worauf es ankommt.
Pferd, Hund und Mensch als Team
Pferd und Hund sollten sich gut kennen und keine Angst voreinander haben. Du selbst musst sicher im Sattel sitzen und beide Tiere zuverlässig unter Kontrolle haben. Zudem sollte der Hund konditionell mithalten können – auch auf einer Trab- oder Galoppstrecke darf er nicht weit zurückfallen. Wähle Tempo und Streckenlänge deshalb immer passend zum Hund und denke an Wasserpausen, besonders bei warmem Wetter. Unsicher, ob Dein Pferd mit dem Vierbeiner zurechtkommt? Dann übe zunächst gemeinsame Spaziergänge, bei denen Du Pferd und Hund führst.
Das muss das Pferd können
Dein Pferd sollte im Gelände bereits sicher sein: nicht vor jeder Kleinigkeit scheuen, nicht durchgehen und in allen Gangarten gut kontrollierbar sein. Es kann jederzeit passieren, dass der Hund unerwartet aus einer Hecke springt oder von hinten am Pferd vorbeiläuft – auch das muss Dein Pferd gelassen hinnehmen. Ganz entscheidend: Dein Pferd darf nicht nach dem Hund treten. Ein Huftritt kann für einen Hund schnell tödlich enden.
Das muss der Hund können
Dein Hund sollte die Grundkommandos wie „Sitz“, „Platz“, „Bleib“ und „Hier“ zuverlässig beherrschen – und zwar nicht nur vom Boden aus. Teste vor dem ersten Ausritt auf dem Hof oder einem eingezäunten Platz, ob er Dir genauso gehorcht, wenn Du im Sattel sitzt. Viele Hunde ignorieren ihren Menschen anfangs, sobald er auf dem Pferd sitzt; belohne deshalb jedes richtige Verhalten konsequent mit Leckerchen aus der Jackentasche. Sehr praktisch ist es außerdem, wenn Dein Hund lernt, sich auf Kommando am Bein des Reiters aufzustellen, damit Du ihn vom Pferd aus anleinen kannst. Baue diese Übung schrittweise vom Boden aus auf.
Wichtig: Befestige die Leine niemals am Sattel, sondern halte sie immer in der Hand. Geht das Pferd durch oder erschrickt es, muss der Hund sich lösen können.
Rechtliche Lage: Leinenpflicht und Wild
Informiere Dich vor dem Ausritt über die Regeln in Deinem Bundesland und Deiner Gemeinde. Nicht überall dürfen Hunde frei laufen; vielerorts gilt eine Leinenpflicht, etwa während der Brut- und Setzzeit im Frühjahr. Verstöße können teuer werden. Auch dort, wo Freilauf erlaubt ist, darf Dein Hund niemanden belästigen oder gefährden und nicht auf Straßen laufen. Im Wald bleibt er auf den Wegen und darf kein Wild hetzen – in vielen Bundesländern dürfen Jäger wildernde Hunde unter bestimmten Voraussetzungen sogar töten. Es geht also auch um die Sicherheit Deines Hundes. Prüfe zudem, ob Deine Hunde- und Pferdehaftpflichtversicherung solche gemeinsamen Ausritte abdeckt.
Fazit: Gut vorbereitet zu dritt unterwegs
Ein Ausritt mit Hund macht allen Beteiligten Freude, wenn Pferd und Hund gut vorbereitet sind und Du beide sicher im Griff hast. Übe Schritt für Schritt – erst an der Hand, dann auf dem Hof, dann auf kurzen, ruhigen Strecken – und halte Dich an die örtlichen Regeln. Für ein gutes Miteinander mit anderen Naturnutzern lohnt sich außerdem ein Blick in unseren Gelände-Knigge für Reiter.